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Prof. Dr. Siegrid Westphal

Aufgaben im Oberhofpredigerprojekt

Projektleitung, Betreuung des Dissertationsprojektes „Zwischen Anpassung und Widerstand. Der Hofprediger Eberhard Finen und die fürstlichen Konfessionswechsel in Braunschweig-Wolfenbüttel um 1700“

Kontakt

Direktorin des Interdisziplinären Instituts
für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit
Universität Osnabrück
Neuer Graben 19/21
D-49069 Osnabrück
Tel.: +49 (0)541-9694418
Fax: +49-(0)541-9694898
E-Mail: siegrid.westphal(at)uni-osnabrueck(dot)de

Curriculum Vitae

Geb. 1963, Studium der Evangelischen Theologie, Neueren Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Kunstgeschichte, Promotion 1992, Habilitation 2001.

Nach Leitung des Teilprojekts A 4 im SFB 482 „Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800“ und einer Nachwuchsgruppe an der Universität Jena seit 2004 Professorin für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Osnabrück, 2005-2008 und seit 2010 Direktorin des Interdisziplinären Instituts für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.

Publikationen (Auswahl)

  • Frau und lutherische Konfessionalisierung. Eine Untersuchung zum Fürstentum Pfalz-Neuburg, 1542-1614, Frankfurt a. M. 1994.
  • Kaiserliche Rechtsprechung und herrschaftliche Stabilisierung. Reichsgerichtsbarkeit in den thüringischen Territorialstaaten, 1648-1806 (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich 43), Köln/Weimar/Wien 2002.
  • Lesebuch Altes Reich (bibliothek altes Reich 1), hrsg. von Stephan Wendehorst und Siegrid Westphal, München 2006.
  • Die Entwicklung des Schmalkaldischen Bundes im Spiegel seiner Bundesabschiede, in: Der Schmalkaldische Bund und die Stadt Schmalkalden, hrsg. vom Verein für Schmalkaldische Geschichte, Schmalkalden 1996, S. 19-63 (mit Dokumentation).
  • Die Reformation als Apokalypse. Luther, Michael Stifel und der „Lochauer Weltuntergang“ 1533, in: Der Tag X in der Geschichte. Erwartungen und Enttäuschungen seit tausend Jahren, hrsg. von Enno Bünz u. a., Stuttgart 1997, S. 102-125.
  • Kirchenzucht als Ehe- und Sittenzucht. Die Auswirkungen von lutherischer Konfessionalisierung auf das Geschlechterverhältnis, in: „In Christo ist weder Man noch Weyb“. Frauen in der Zeit der Reformation und der katholischen Reform, hrsg. von Anne Conrad, Münster 1999, S. 152-171.
  • Ottheinrich und die Anfänge der Kirchenzucht in Pfalz-Neuburg, in: Pfalzgraf Ottheinrich. Politik, Kunst und Wissenschaft im 16. Jahrhundert, hrsg. von der Stadt Neuburg an der Donau, Regensburg 2002, S. 153-175.
  • Die Ausgestaltung des Kirchenwesens unter Johann Friedrich – Ein landesherrliches Kirchenregiment? in: Johann Friedrich I. – der lutherische Kurfürst, hrsg. von Volker Leppin, Georg Schmidt und Sabine Wefers, Heidelberg 2006, S. 261-280.
  • Nach dem Verlust der Kurwürde. Die Ausbildung konfessioneller Identität anstelle politischer Macht bei den Ernestinern, in: Zwischen Schande und Ehre. Erinnerungsbrüche und die Kontinuität des Hauses. Legitimationsmuster und Traditionsverständnis des frühneuzeitlichen Adels in Umbruch und Krise, hrsg. von Horst Carl und Martin Wrede, Mainz 2007, S. 173-192.
  • Der kaiserliche Reichshofrat als protestantisches „Scheidungsgericht“, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 20 (2009) 3, S. 59-82.

DVCATVS BRVNSVICENSIS fereq[ue] LVNÆBVRGENSIS, Cum adjacentibus Episcopatibus, Comit[atibus], Domin[iis]. etc. […] (Die Herzogtümer Braunschweig sowie (nahezu vollständig) Lüneburg mit angrenzenden Bistümern, Grafschaften, Herrschaften etc.) [ca.1630].

Aus: Theatrum Orbis Terrarum, sive Atlas Novus […] (Schauplatz des Erdkreises, oder Neuer Atlas), hrsg. von Willem und Joan Blaeu, Bd. 1, Amsterdam 1645.

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Die Karte zeigt in einem Maßstab von etwa 1:360.000 den von Wolfenbüttel aus regierten Teil der welfischen Besitzungen in den 1620er Jahren. Dieses Gebiet erstreckte sich vom Steinhuder Meer und Deister bis zum Elm, vom Solling bis zum Harz. Es setzte sich zusammen aus den Fürstentümern Wolfenbüttel, Calenberg und Göttingen, aus großen Teilen des Stifts Hildesheim, ferner den Grafschaften Blankenburg und Hohnstein. Daneben sind auf der Karte im Norden aber auch Besitzungen der Lüneburger Linie des welfischen Gesamthauses sowie von West nach Ost zudem die Grafschaft Schaumburg, das (sog. Kleine) Stift Hildesheim, das zu dieser Zeit lüneburgische Fürstentum Grubenhagen, die Grafschaften Wernigerode und Stolberg sowie das Stift Halberstadt zu erkennen.

Den dieser Karte zugrundeliegenden Kupferstich schuf Ende der 1620er Jahre Caspar Dauthendey († ca. 1639/40), der am Hofe des Herzogs Friedrich Ulrich in Wolfenbüttel als Mathematiker, Landvermesser, Architekt und Bauverwalter tätig war. Die Karte wurde seit Mitte der 1630er Jahre von den Amsterdamer Kartographen und Verlegern Willem Janszoon (1571-1638) und Joan (1596–1673) Blaeu in ihrem mehrteiligen „Novus Atlas“ verwendet, der unter variierten Titeln und vielfach erweitert in dichter Folge Neuauflagen erlebte. Die vorliegende Abbildung stammt aus einer Ausgabe aus dem Jahre 1645. Die Karte fand jedoch in leicht modifizierter Form auch Aufnahme in anderen Kartenwerken jener Zeit. In den 1640er Jahren nutzte sie der Verleger Johann Janssonius (1588-1664), größter Konkurrent der Familie Blaeu, für seine Werke, später dann auch Frederik de Wit (1610-1698).

Weiterführende Literatur: Fritz Hellwig: Caspar Dauthendey und seine Karte von Braunschweig, in: Speculum Orbis. Zeitschrift für alte Kartographie und Vedutenkunde 2/1 (1986), S. 25-34.